Vortrag: Gustave Courbet in seinen Selbstdarstellungen

Das selbstdarstellerische Schaffen Gustave Courbets (1819-1877) ist vielgestaltig. Auf ca. 40 Selbstporträts setzt sich der Maler äußerst einfallsreich in Szene und unterläuft dabei vorherrschende Porträttraditionen: Großformatig angelegt und ungewöhnlich appellativ komponiert, dabei vielfach irritierend genrehaft und szenenartig-situativ, treten seine Bildnisse in unmittelbaren Kontakt zum Betrachter.

Der Vortrag geht der Motivation und Funktion dieser einzigartigen Selbstbildnisse auf den Grund und untersucht deren Modernität und Zeittypik. In die Betrachtung einbezogen werden neben den gezeichneten und gemalten auch die photographischen (Selbst)Inszenierungen Courbets, seine selbstreferentiellen Gestaltideen der späten 1850er bis 1870er Jahre sowie die seinen Selbstentwurf reflektierenden und popularisierenden Porträtkarikaturen. Wie diese Bildformen zur gezielten Lancierung eines massenkompatiblen Images zusammengedacht und eingesetzt wurden, gilt es zeigen.

Vortrag im Rahmen der Europawoche

Eintritt frei