Die IBA ist ein Netzwerk aus sechs regionalen Fachinstituten der Großregion. Kernthemen der IBA sind soziale und arbeitsmarktrelevante Entwicklungen in der Großregion. Die IBA wurde 1998 auf dem 4. Gipfel der Großregion ins Leben gerufen. Im Jahr 2000 wurden ihre Aufgaben und Ziele auf dem 5. Gipfel der Großregion weiter konkretisiert.
Aufgabe und Struktur der IBA
Die IBA ist beauftragt, für die politisch Verantwortlichen der Großregion arbeitsmarktrelevante Informationen in vergleichbarer und interpretierbarer Weise aufzubereiten, um struktur- und arbeitsmarktpolitische Schlussfolgerungen für die Großregion ableiten zu können. Die Aufgabenfelder der IBA erstrecken sich über die Bereiche "Arbeitsmarktstatistik" und "Arbeitsmarktanalyse", wobei die genaue Aufgabenstellung über den Gipfel der Großregion bzw. mittels eines Lenkungsausschusses erfolgt. Im Bereich der "Arbeitsmarktstatistik" leisten die statistischen Ämter der Großregion wichtige Beiträge. Im Bereich der "Arbeitsmarktanalyse" arbeiten die Fachinstitute unter Federführung des INFO-Instituts und in enger Absprache mit dem Lenkungsausschuss zusammen.
Der Lenkungsausschuss
Die IBA untersteht einem interregionalen Lenkungsausschuss, der sich aus jeweils einer Vertreterin oder einem Vertreter der Exekutive pro Teilregion, drei Vertreterinnen oder Vertretern des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion und einem Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Statistischen Ämter der Großregion zusammensetzt. Er legt in Absprache mit den politisch Verantwortlichen der Großregion die Arbeitsschwerpunkte der IBA fest und begleitet die Netzwerkarbeit.
Das Netzwerk der Fachinstitute
Das Netzwerk der Fachinstitute ist das Arbeitsgremium der IBA. Alle Mitglieder leisten Beiträge entsprechend ihrer jeweiligen regionalen und inhaltlichen Kompetenzen. Die spezifische Kenntnis der jeweils teilräumlichen Abeitsmarktsituation ermöglicht dem Netzwerk eine Gesamtschau des Arbeitsmarkts der Großregion. Die Kooperation der Fachinstitute führt so zu einem interregionalen Mehrwert.. In den Netzwerksitzungen, die etwa einmal pro Monat stattfinden, tauschen die Partner Informationen über die regionalen Arbeitsmärkte, eigene Aktivitäten und aktuelle Veranstaltungen aus, diskutieren aktuelle Fragen des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes, stimmen die Umsetzung der Arbeitsaufträge des Lenkungsausschusses und die Umsetzung von gemeinsamen Projekten ab und beraten die vorläufigen Arbeitsergebnisse im Sinne einer internen Evaluierung.
Nach außen wird das Netzwerk durch alle Netzwerkmitglieder vertreten wobei die Koordination die Anfragen an das Netzwerk sammelt und in Abstimmung mit den Partnern beantwortet sowie Initiativen des Netzwerks in Abstimmung mit allen Netzwerkpartnern und dem Lenkungsausschuss vorbereitet, koordiniert und deren Umsetzung begleitet.
Das INFO-Institut ist ein Beratungs- und Forschungsinstitut an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Es befasst sich neben Fragen zur Unternehmenspolitik und Organisationsentwicklung mit Arbeitsmarkt- und Regionalforschung. Aktivitäten der Regionalentwicklung bleiben dabei nicht national begrenzt, sie zielen auf die Großregion und damit auf eine europäische Dimension ab. Im INFO-Institut ist auch die Koordination des EURES - Transfrontalier - Netzwerks Saarland – Lothringen – Luxemburg – Rheinland-Pfalz (SLLRP) angesiedelt.
Das Quellen- und Dokumentationszentrum (Centre de Ressources et de Documentation) EURES Luxemburg entstand aus einer Partnerschaft zwischen der luxemburgischen Arbeitsverwaltung (Administration de l’Emploi) ADEM und dem öffentlichen luxemburgischen Forschungszentrum „Centre d'Etudes de Populations, de Pauvreté et de Politiques Socio-Economiques / International Network for Studies in Technology, Environment, Alternatives, Development“ (CEPS/INSTEAD). Seine Aufgaben bestehen im Wesentlichen in der Information über die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Großherzogtum Luxemburg sowie, in Zusammenarbeit mit der IBA, in der Analyse des Arbeitsmarktes der Großregion.
OREFQ (Observatoire Régional de l’Emploi, de la Formation et des Qualifications) wurde im Juni 1992 als öffentliche Interessengemeinschaft auf beidseitigen Wunsch der französischen Staatsregierung und des Regionalrats der Region Lothringen gegründet. Die Stelle hat insbesondere die Aufgabe, Entwicklungen im Beschäftigungs- und Bildungssektor sowie der Qualifikationsbedarfe in Lothringen zu beobachten, um der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik neue Impulse zu geben.
Das Quellen- und Dokumentationszentrum (Centre de Ressources et de Documentation) der EURES-Grenzregionen in Lothringen wird vom Regionalrat Lothringen und der Europäischen Kommission unterstützt. Es hat die Aufgabe, Beschäftigte und Unternehmen über die grenzüberschreitende Mobilität in der Großregion zu informieren, sich an der Entwicklung von Beschäftigungsperspektiven zu beteiligen und die Förderung von grenzüberschreitender Aus- und Weiterbildung zu unterstützen.
Das im Jahre 2004 in Nachfolge des „Service des Etudes et de la Statistique“ (SES) gegründete IWEPS (Institut Wallon de l’Evaluation, de la Prospective et de la Statistique) ist eine öffentliche, wissenschaftliche Einrichtung in der Wallonischen Region Belgiens. Das Institut erstellt Wirtschaftsindikatoren über die Funktionsweise des Arbeitsmarktes, erarbeitet Prognosen über die zukünftigen Bedarfe an Arbeitskräften und Qualifikationen in der Wallonie und entwickelt Maßnahmen zur Beschäftigungsentwicklung und zum Abbau der Arbeitslosigkeit.
Die Arbeitsgemeinschaft DGStat tritt die Nachfolge der Arbeitsmarktbeobachtungsstelle Ostbelgien (ABEO) an. Mitglieder von DGStat sind das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Belgiens, der Wirtschafts- und Sozialrat (WSR), die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), das Arbeitsamt (ADG), die Industrie- und Handelskammer (IHK), das Institut für Aus- und Weiterbildung (IAWM) und die Dienststelle für Personen mit Behinderung (DPB) der DG, das Verkehrsamt der Ostkantone (VAO) sowie ein Sonderausschuss des Wirtschafts- und Sozialrats der Wallonischen Region (CESRW). ABEO hatte seit 1994 alle für den Arbeitsmarkt der DG relevanten Daten gesammelt, analysiert und veröffentlicht. Im Rahmen des durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projekts „DGStat“ wurden bis Ende 2010 die Grundlagen für die Arbeitsgemeinschaft DGStat geschaffen, die in der Folge über ein Abkommen zwischen den genannten Partnern institutionalisiert wurde. Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft sind die Zentralisierung und Systematisierung der Datensammlung und -erhebung, die Interpretation der Daten, die Veröffentlichung von Statistiken und Studien und die Förderung des Austauschs zwischen Datenproduzenten und -nutzern in und außerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft Begiens.
Entstehung der IBA
Die Entwicklung der Zusammenarbeit begann im Jahr 1998 mit dem Beschluss des .4. Gipfels der Großregion zur Einrichtung einer Interregionalen Arbeitsmarktbeobachtungsstelle. Im Jahr 2000 konkretisierte der 5. Gipfel diesen Grundsatzbeschluss. Im Jahre 2001 nahm das Netzwerk mit der Erstellung des ersten Berichts zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion seine Arbeit auf.
Konsolidierung der IBA
Mit Unterstützung des Lenkungsausschusses etablierte sich die Zusammenarbeit der Fachinstitute im Rahmen der IBA als wichtiger Arbeitsmarktakteur in der Großregion. Anknüpfend an die Erfahrungen des ersten Berichts (2001) erfolgten im zweiten Bericht, der dem 7. Gipfel der Großregion im Jahr 2003 vorgelegt wurde, neben Aktualisierungen auch inhaltliche Erweiterungen. Im Folgejahr gewannen die Strukturen der Zusammenarbeit im Rahmen der IBA mit der Verabschiedung einer internen Geschäftsordnung verbindlichen Charakter.
Verstetigung
In den Jahren 2004-2006 führte die IBA im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg IIIC und deren Regionaler Rahmenmaßnahme (RRM) für die Großregion „e-BIRD“ ein 3-jähriges Projekt zur Zukunftsanalyse des Arbeitsmarkts in der Großregion durch. 2004 legte das Netzwerk dem 8. Gipfel der Großregion seinen dritten Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion vor. Die Berichte vier und fünf folgten jeweils als Beiträge zu den Gipfeln der Jahre 2006 und 2008.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen der Interreg-RRM „e-BIRD“ wurde in den Jahren 2008 bis Anfang 2011 mit Hilfe des neuen Interreg-Programms für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion (Interreg IV A) mit dem Projekt „OPTI-MATCH - Kooperation und Wettbewerb in der Großregion – Optimierung von Matching-Prozessen auf dem Arbeitsmarkt der Großregion“ fortgesetzt. Im Projektzeitraum wurden der sechste und der siebte Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion vorgelegt, die jeweils in Zusatzkapiteln Ergebnisse des Projekts darstellen.
Erweiterung der Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit der Fachinstitute wurde 2007 um eine weitere Aufgabe erweitert. Seit der wallonischen Präsidentschaft des Gipfels der Großregion im Jahre 2007 beauftragt der Wirtschafts- und Sozialausschuss der Großregion (WSAGR) das INFO-Institut und das Netzwerk der Fachinstitute erstmals mit der Erstellung seiner Berichte zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Großregion (WSAGR-Bericht).
Kooperation zwischen den Arbeitsmarktakteuren der Großregion
Die Arbeit des Netzwerks wird nach Abschluss des Projekts „OPTI-MATCH“ durch eine Rahmenvereinbarung der Partner aus allen Teilgebieten der Großregion weiter gestärkt. Mit einer auf Initiative des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion (WSAGR) geschlossenen Kooperationsvereinbarung der wichtigsten Arbeitsmarktakteure der Großregion im Oktober 2010 erhält auch die Arbeit der IBA einen wichtigen Impuls. Neben den Kernaufgaben der IBA gewinnen die Kooperation mit anderen Arbeitsmarktakteuren und die öffentliche Darstellung der IBA und ihrer Partner an Bedeutung.
Der WSAGR wurde am 4. Februar 1997 gegründet und ist im sozio-ökonomischen Bereich das beratende Organ des Gipfels der Großregion. Er hat die Aufgabe, sich in Form von Stellungnahmen oder Beschlüssen mit den Problemen im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung sowie der Raumordnung in der Großregion zu beschäftigen. Er trägt zum sozialen Dialog bei und bezieht sich dabei auf die Empfehlungen und Erfahrungen der Partner
Die Anfänge der grenzüberschreitenden Kooperation der statistischen Ämter gehen auf die Gründung der Regionalkommission Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz vom 19. September 1971 zurück.
Gegenwärtig setzt sich die Arbeitsgruppe "Statistik" aus Vertretern der 5 statistischen Ämter der Großregion zusammen.
Die Aufgaben der Arbeitsgruppe "Statistik" der Großregion können wie folgt zusammengefasst werden:
Eures Transfrontalier (EURES-T) ist eine Initiative der Europäischen Kommission zur Unterstützung der grenzüberschreitenden beruflichen Mobilität in europäischen Grenzregionen. Die praktische grenzüberschreitende Beratung erfolgt über EURES-Berater in den Partnerorganisationen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen), die Koordinierung des Netzwerkes erfolgt über einen Koordinator.
EURES-T hat folgende Ziele:
Information der Öffentlichkeit über Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Nachbarregionen;
Förderung des Informationsaustausches über Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt in den Grenzregionen, insbesondere die Stellenvermittlung;
Förderung der Mobilität und des grenzüberschreitenden Sozialdialogs durch den Aufbau einer vorausschauenden konzertierten Arbeitsmarktpolitik;
Entwicklung und Förderung grenzüberschreitender Berufsbildung.
In der Großregion existieren zwei EURES-Transfrontalier-Netzwerke:
Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz (Eures-T SLLR)
für das Gebiet Saarland, Lothringen, Grossherzogtum Luxemburg und Rheinland-Pfalz
für das Gebiet Lothringen,Grossherzogtum Luxemburg und Provinz Luxemburg Belgien:
Auf Beschluss des zehnten Gipfels der Großregion wurde eine Task Force Grenzgänger im Arbeitsministerium in Saarbrücken eingerichtet, die ab dem 1. September 2011 ihre Arbeit aufnahm. Aufgabe der Task Force ist es, juristische und politische Lösungsvorschläge für Fragen und Angelegenheiten von Grenzgängern und Unternehmen, die Grenzgänger beschäftigen, zu erarbeiten. Dabei beschäftigt sich die Task Force zukünftig insbesondere mit Fragen im Bereich des Arbeits- und Sozialrechts. Aber auch Fragen zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen, zur Besteuerung sowie Fragen zur Anerkennung von Berufsunfähigkeit werden von der Task Force bearbeitet.
Kernaufgabe der IBA und Schwerpunkt der Netzwerkarbeit ist die regelmäßige Berichterstattung über die Arbeitsmarktsituation in der Großregion im Auftrag des Gipfels der Großregion. Die Berichte werden jeweils im Vorfeld eines Gipfels den Vertretern der Exekutiven der Teilgebiete und der Öffentlichkeit präsentiert.
Neben der Strukturberichterstattung auf Grundlage vergleichbarer statistischer Daten aus den Teilregionen der Großregion, werden seit dem 2. Bericht qualitative Informationen zu ausgewählten Aspekten des grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts als thematische Schwerpunkte in die Berichte aufgenommen. Das aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gespeiste Interreg-Programm bietet den geeigneten Förderrahmen für grenzüberschreitende Projekte. Folgerichtig engagierte sich die IBA in bisher zwei Interreg-Projekten, in deren Rahmen neue Themenfelder aufbereitet und analysiert werden konnten.
Auf diesem Wege konnten neben der Berichterstattung für den Gipfel der Großregion weitere Untersuchungen durchgeführt und publiziert werden. In der Regel werden die vorläufigen Ergebnisse solcher Untersuchungen in Expertenworkshops, den „Werkstattgesprächen“ der IBA, der Fachöffentlichkeit in der Großregion präsentiert und in Diskussion mit den regionalen Experten somit evaluiert. Die Werkstattgespräche der IBA haben sich im Laufe der Jahre als wichtige Foren für den Austausch zwischen den Arbeitsmarktakteuren der Großregion etabliert. Die oft umfangreichen Dokumentationen bereichern das Publikationsangebot der IBA.
Die Kernaufgabe der IBA: Ständige Berichterstattung zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion für den Gipfel der Großregion
Trotz verschiedener Standardisierungen im europäischen Maßstab ist die Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit statistischer Angaben über die Teilräume der Großregion nur eingeschränkt gewährleistet. Die IBA trägt den jeweiligen nationalen Unterschieden in der amtlichen Statistik durch die Berücksichtung der zugrunde liegenden Methoden und Definitionen in ihrer Strukturberichterstattung Rechnung.
Der erste Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde dem 6. Gipfel der Großregion im September 2001 vorgelegt. Er beschreibt und analysiert die Bevölkerungsentwicklung, die Erwerbs- und Arbeitslosenquoten sowie die Beschäftigung nach Wirtschaftssektoren und die Situation der Grenzgänger in den Teilräumen der Großregion.
Der zweite Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde anlässlich des 7. Gipfels der Großregion im Mai 2003 vorgelegt. Er baut auf dem ersten Bericht auf und wurde um die Schwerpunktthemen „demografische Entwicklung“, „Frauenerwerbstätigkeit“ und „Grenzgängersituation in der Großregion“ ergänzt. Der Bericht integriert qualitative Informationen, um zu einer vertiefenden Analyse der Arbeitsmarktsituation zu gelangen.
Der dritte Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde dem 8. Gipfel im Dezember 2004 präsentiert. Neben einer gegenüber den ersten beiden Berichten fortentwickelten Strukturberichterstattung wurde unter Einbeziehung der Projektergebnisse des Interreg IIIC „e-BIRD“-Projekts das Thema "Grenzgängerwesen in der Großregion" ausgeweitet.
Der vierte Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde dem Gipfel im April 2006 präsentiert. Unter dem Titel „Demographische Tendenzen und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt der Großregion“ widmet sich der Bericht ausführlich qualitativen Aspekten des „demographischen Wandels“. Nach einer Darstellung der Ausgangslage und der zu erwartenden Entwicklungen werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt der Großregion unter besonderer Berücksichtigung der Gruppen ältere Arbeitnehmer und Frauen analysiert und zentrale Handlungsfelder abgeleitet.
Der fünfte Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde dem 10. Gipfel im November 2007 präsentiert. Das Schwerpunktthema „Märkte, Branchen, Arbeitsplätze – Herausforderungen und Perspektiven für den Arbeitsmarkt der Großregion bis 2020“ analysiert die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Beschäftigung im demographischen Wandel und arbeitet Entwicklungspotenziale und Herausforderungen für die Wirtschaft den Arbeitsmarkt der Großregion bis 2020 heraus.
Der sechste Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde dem 11. Gipfel im April 2009 vorgelegt. In diesem Bericht wird als Sonderthema der Forschungsansatz des Interreg IV A-Projekts „OPTI-MATCH“ vorgestellt und auf die ersten Schritte der Umsetzung des Projekts eingegangen.
Der siebte Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde dem 12. Gipfel im Dezember 2010 präsentiert. Er widmet sich ausführlich den Herausforderungen grenzüberschreitender Arbeitsvermittlung in der Großregion und stellt Ergebnisse des Projekts „OPTI-MATCH“ vor. Auf Grundlage der Ergebnisse einer Expertenbefragung zu den Strukturen, Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven der grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung werden die wichtigen Handlungsfelder herausgearbeitet. In einem weiteren Abschnitt werden zum Thema „Qualifikationsbedarfe und Qualifikationsentwicklungen in einem grenzüberschreitenden Umfeld“ die von den regionalen Arbeitsmarktakteuren eingesetzten Prognoseinstrumente zur Antizipation von Qualifikationsbedarfen sowie die zentralen Akteure selbst vorgestellt. Aus einer Analyse der Arbeitsweise dieser Akteure werden Handlungsbedarfe abgeleitet. In einem dritten Abschnitt wird näher auf das Konzept der „Flexicurity“ eingegangen und eine vergleichende Betrachtung der in diesem Zusammenhang relevanten Bestimmungen in den Teilgebieten der Großregion vorgenommen.
Projekte der IBA
2008-2010: Das Projekt „OPTI-MATCH“ im Programm Interreg IV A „Großregion“
„Kooperation und Wettbewerb in der Großregion – Optimierung von Matchingprozessen auf dem Arbeitsmarkt der Großregion“
Die IBA hat sich zwischen 2008 und 2010 in dem im Rahmen des EU-Programms Interreg IV A geförderten Projekts „OPTI-MATCH“ mit Fragen der Optimierung von Angebot und Nachfrage auf den Arbeitsmarkt der Großregion befasst. Dabei ging es vor allem darum, den Stand sowie die Möglichkeiten und Hemmnisse grenzüberschreitender Stellenvermittlung in der Großregion zu untersuchen und Handlungsfelder für Verbesserungsansätze herauszuarbeiten, um so das grenzüberschreitend vorhandene Arbeitskräfteangebot sowie die entsprechende Arbeitskräftenachfrage gezielter erfassen und besser aufeinander abstimmen zu können.
Das Projekt besteht aus mehreren Einzelvorhaben:
2004-2006: Das Gesamtvorhaben "Stand, Perspektiven und Handlungserfordernisse des Arbeitsmarkts in der Großregion bis 2020"
Ausgehend von den laufenden Arbeiten führte die IBA im Rahmen der damaligen EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg IIIC und deren Regionaler Rahmenmaßnahme „e-BIRD“ eine Projektserie zu den Entwicklungsperspektiven des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes in der Großregion durch. Das Gesamtvorhaben (2004-2006) besteht aus drei Einzelprojekten:
1. Projekt „Grenzgänger und grenzüberschreitender Arbeitsmarkt der Großregion“ (2004-2005)
Etwa 25 % der Grenzgänger in Europa leben und arbeiten in der Großregion und ihre Zahl wächst seit 20 Jahren kontinuierlich an. Die Verflechtungen der Teilarbeitsmärkte bewirken wechselseitige Abhängigkeiten, deren wirtschaftliche, soziale und strukturelle Dimensionen in den Teilregionen näher untersucht werden müssen. Im Projekt „Grenzgänger und grenzüberschreitender Arbeitsmarkt der Großregion“ wurde das Grenzgängerwesen unter bestimmten Schwerpunktsetzungen analysiert und die Vielgestaltigkeit des Grenzgängerphänomens berücksichtigt. Die Projektergebnisse sind im ersten Themenheft der IBA mit dem Titel "Grenzgänger und grenzüberschreitender Arbeitsmarkt in der Großregion" dokumentiert. Die Ergebnisse des IBA-Werkstattgesprächs stehen als Tagungsband zur Verfügung.
2. Projekt „Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt der Großregion“ (2005-2006)
Sinkende Geburtenraten bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung führen zur Verschiebung der Altersstrukturen: Der Anteil der Älteren wächst kontinuierlich, während immer weniger jüngere Erwerbsfähige dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehen werden. Die Folge: Alternde Belegschaften und Engpässe bei der Rekrutierung des betrieblichen Nachwuchses. Im Gegensatz zu anderen Regionen der EU verfügt die Großregion aber über Arbeitskräftepotenziale in drei Bevölkerungssegmenten: Jugendliche, Frauen mittleren Alters und ältere Beschäftigte. Diese Arbeitskräftereserven gilt es für die Großregion zu mobilisieren und für einen integrierten Arbeitsmarkt im Sinne der wechselseitigen Ergänzung zu nutzen. Mit diesem Ziel werden für die genannten Zielgruppen im Projekt „Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt der Großregion“ vertiefende Analysen vorgenommen und entsprechende Handlungsansätze entwickelt.
3. Projekt „Perspektiven des Arbeitsmarktes in der Großregion bis 2020“ (2006)
Der Trend zur Überalterung und das Schrumpfen des Erwerbspersonenpotentials sind selbst bei starkem Anstieg der Geburtenraten in den kommenden Jahren kaum abzuwenden. Für eine mittelfristige Stabilisierung der Erwerbsbevölkerung in der Großregion bieten sich alternativ eine aktive Zuwanderungspolitik sowie die Mobilisierung von Beschäftigungs- und Qualifikationsreserven in den Teilregionen an. Welche Maßnahmen hierfür zu ergreifen sind und wie diese beschaffen sein sollten, ist Gegenstand des Projekts „Perspektiven des Arbeitsmarktes in der Großregion bis 2020“. In diesem Teilprojekt werden die Analysen und Ergebnisse der vorangegangenen Projekte zusammengeführt und mit dem Ziel fortentwickelt, Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Beschäftigungs- und Bildungspolitik in der Großregion abzuleiten.
Werkstattgespräche der IBA
Werkstattgespräch "Grenzgänger" am 17. Februar 2005
Sind wir auf dem Weg in eine integrierte Arbeits- und Lebenswelt? Diese Frage diskutierten die Gäste des Werkstattgesprächs der IBA am 17. Februar 2005 im saarländischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit. Im Mittelpunkt standen die über 160.000 Grenzgänger in der Großregion.
Fachkonferenz zur Arbeitnehmermobilität in der Großregion am 14. und 15. Mai 2005
Die Partner des EURES- und IBA-Netzwerks stellten am 14. und 15.3.05 mit weiteren Akteuren des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes ihre Arbeiten zur grenzüberschreitenden Beschäftigung vor. Die Fachkonferenz stand unter dem Thema "Sozioökonomische Dimensionen grenzüberschreitender Arbeitnehmermobilität" und empfing ca. 150 Gäste.
Werkstattgespräch "Arbeitsmarkt in der Großregion und die Herausforderungen des demographischen Wandels" im Januar 2006
Im Januar 2006 setzte die IBA ihre Reihe der Werkstattgespräche mit einer Veranstaltung zu den Herausforderungen und Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt in der Großregion fort. Experten der Teilregionen unterstrichen den tief greifenden Wandel von Beschäftigung und Arbeitsmarkt angesichts des anhaltenden Bevölkerungsrückgangs im Kooperationsraum. Die Ergebnisse des interregionalen Dialogs sind in der ausführlichen Veranstaltungsdokumentation nachzulesen.
Werkstattgespräch „Zukunftsfähigkeit gestalten – Grenzregionen als regionale Pole dynamischer Entwicklung im interregionalen Standortwettbewerb“ am 21.01.2009
Im Rahmen des ersten Werkstattgesprächs zum neuen Forschungsvorhaben OPTI-MATCH gingen die Teilnehmer der Frage nach, inwieweit die Großregion SaarLorLux-Rheinland-Pfalz-Wallonien die Kriterien einer europäischen Metropolregion erfüllt. Dabei wurden neben der gesamtregionalen Perspektive vor allem die Grenzräume als regionale Pole dynamischer Entwicklung verstärkt betrachtet und deren Bedeutung anhand ausgewählter Beispiele aus der Großregion und anderen europäischen Grenzregionen illustriert.
Werkstattgespräch „Die Abstimmung von Arbeitskräfteangebot und Arbeitskräftenachfrage auf dem Arbeitsmarkt der Großregion – Die Rolle der öffentlichen Arbeitsvermittlung in den Teilregionen der Großregion – Ausgewählte Strukturen und Prozesse“ am 16.12.2009
Vor dem Hintergrund der Beschäftigungschancen, die die traditionell hohe grenzüberschreitende Arbeitnehmermobilität in der Großregion und die Verflechtung der Arbeitsmärkte über nationale Grenzen hinweg bieten, gilt es, das Zusammenspiel zwischen dem Arbeitskräfteangebot und der Arbeitskräftenachfrage grenzüberschreitend noch mehr aufeinander abzustimmen. Die Strukturen und Prozesse der Arbeitsvermittlung in den einzelnen Teilregionen, insbesondere die Rolle der öffentlichen Arbeitsvermittlungen, standen im Mittelpunkt des 2. IBA-Werkstattgespächs zum Projekt OPTI-MATCH.
Werkstattgespräch „Die Abstimmung von Arbeitskräfteangebot und Arbeitskräftenachfrage auf dem Arbeitsmarkt der Großregion – Zur aktuellen Situation der grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung in der Großregion – Erste ausgewählte Ergebnisse einer Befragung von Akteuren der öffentlichen und privaten Arbeitsvermittlung in der Großregion“ am 17.06.2010
Im Rahmen des 3. Werkstattgesprächs wurden erste ausgewählte Ergebnisse der von der IBA durchgeführten Befragung von Akteuren der öffentlichen und privaten Arbeitsvermittlung in der Großregion vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert. Außerdem wurde die Arbeitsmarktsituation in den für die Interviews ausgewählten Gebieten näher betrachtet, die allesamt durch eine besondere Bedeutung des grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts gekennzeichnet sind.
Werkstattgespräch „Die Abstimmung von Arbeitskräfteangebot und Arbeitskräftenachfrage auf dem Arbeitsmarkt der Großregion - Herausforderungen der Arbeitsvermittlung in grenzüberschreitender Perspektive“ am 15.12.2010
Zum Abschluss des Projekts OPTI-MATCH präsentierten die IBA-Partner ausgewählte Erkenntnisse mit Blick auf die grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung in der Großregion. Dabei wurde vor allem auf die Bedeutung von persönlichen Netzwerken der Akteure des Matching-Prozesses und die begrenzte institutionelle Zusammenarbeit zwischen den Akteuren hingewiesen.
Olaf Gruppe
Koordinator / coordinateur
c/o INFO-Institut e.V.
Pestelstraße 6
D-66119 Saarbrücken
INFO-Institut: +49 (0)681 / 9 54 13-0
Fax: +49 (0)681 / 9 54 13-23
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