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DIE LOTHRINGISCHE POLITIK DER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT
Begünstigt durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 und das Gesetz über die territoriale Verwaltung der Republik vom 6. Februar 1992 erhielten die lokalen Gebietskörperschaften Frankreichs eine echte Autonomie im Bereich der dezentralen Zusammenarbeit, da sie im Rahmen ihrer Zuständigkeiten Verträge mit ausländischen lokalen Gebietskörperschaften abschliebn können.
In den Entwicklungsländern entstehen nur sehr langsam regionale Strukturen durch die Bildung lokaler Gebietskörperschaften, die für den Regionalrat in Lothringen im Rahmen seiner gesetzlichen Kompetenzen zu direkten Ansprechpartnern werden könnten. lm Unterschied zur dezentralen Kooperationspolitik auf der Grundlage von Aktionen mit wirtschaftlicher Ausrichtung existiert für die Politik der Entwicklungszusammenarbeit der Region Lothringen derzeit noch kein Kooperationsvertrag mit einer lokalen Gebietskörperschaft in einem Entwicklungsland.
Anfragen nach Entwicklungszusammenarbeit stammen zumeist von Gemeinden und Gemeindeverbänden hauptsächlich aus ländlichen Gebieten und betreffen gröbtenteils Schulen, Unterstützung im Gesundheitsbereich und die damit zusammenhängenden dringend erforderlichen Infrastrukturen, die Entwicklung der örtlichen Landwirtschaft und des Handwerks.
Die lothringischen Antworten auf einen solchen Vorstob können in der Regel durch folgende Strukturen gegeben werden:
• entweder durch internationale Hilfsorganisationen, die vor Ort Netzwerke eingerichtet haben und über das Fachwissen und die geeigneten Mittel für die Durchführung nachhaltiger Projekte mit vielschichtiger Finanzierung verfügen (z.B. die Organisation AFDI [Französische Landwirte und Internationale Entwicklung] in Lothringen, die Mabnahmen zur Förderung der nachhaltigen Entwickfung in Mali bzw. Madagaskar durchführen);
• oder durch lothringische Gemeinden, die Städtepartnerschaften geschlossen haben, durch die insbesondere der demokratische Dialog, der ganzheitliche Ansatz bei der Zusammenarbeit und deren dauerhafter Bestand gewährleistet werden.
lm Bereich der Entwicklungshilfe hat die Region Lothringen grundsätzlich weder geografische Schwerpunktgebiete noch vorrangige Interventionsbereiche definiert; die unterstützten Projekte weisen eine grobe geografische und thematische Bandbreite auf. So umfasst das geografische Gebiet, in dern Lothringen aktiv ist, zahlreiche Länder der vom französischen Ministerium für Auswärtige Angelegenheit festgelegten « Prioritären Solidaritätszone ». Zu dieser Zone gehören 55 hauptsächlich südlich der Sahara gelegenene Länder, wie etwa Burkina Faso, Mali oder der Senegal.
Zudem ist es mit Ausnahme des Bildungsbereichs schwierig, Kompetenzen aus dem Bereich der Region an die Entwicklungsländer weiterzugeben. Projekte von gemeinnützigen Organisationen finden eher auf dern Gebiet der lokalen Entwicklung, der Stadtentwicklungs und der Sozialpolitik statt.
Folglich konzentriert die Region Lothringen ihre Unterstützung hauptsächlich auf Operationen gröberen Umfangs, in denen das regionale Know how zum Tragen kommen kann, die eine nachhaltige lokale Entwicklungsdynamik auslösen und durch eine aktive lokale Partnerschaft unterstützt werden. So besteht der lothringische Beitrag hauptsächlich in einer Begleitung von Initiativen gemeinnütziger Organisationen und findet seine rechtliche Verankerung in den Leitlinien des lothringischen Plans. Grundsätzlich will die Region Lothringen mit ihrer Beteiligung an humanitären Aktionen und an der Entwicklungshilfe hauptsächlich lothringische Akteure zusammenbringen, und zwar durch die Nutzung des vernetzten Fachwissens vor allem in den Bereichen Bildung, Umwelt und lokale Entwicklung genutzt wird.
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