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Grenzgängerbeschäftigung


6e Rapport de l'OIE (11e Sommet de la Grande Région)

Die grenzüberschreitende Arbeitnehmermobilität bildet ein zentrales Merkmal der Teilarbeitsmärkte in der Großregion. Diese sind durch die intensiven Ein- und Auspendelbewegungen von Grenzgängern miteinander verflochten und die Zahl der grenzüberschreitenden Arbeitnehmer wächst kontinuierlich an. Das tägliche Pendeln über nationale Grenzen wurde erst durch den Europäischen Einigungsprozess möglich, in dessen Zuge im Jahr 1971 eine einheitliche Definition des ‚Grenzgängers’ geschaffen wurde. Nach EU-Gemeinschaftsrecht sind Grenzgänger solche Arbeitnehmer und Selbständige, die in einem Mitgliedsstaat arbeiten und in einem anderen wohnen, in den sie in der Regel täglich, mindestens jedoch einmal pro Woche, zurückkehren.

Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt mit 196.000 Grenzgängern – ein Überblick

Durch die Regelungen zur Freizügigkeit der Arbeitskräfte konnte sich die Großregion seit den 1970er Jahren zu einem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt entwickeln, der beispielgebend ist. Zwar liegen keine verlässlichen und aktuellen Angaben über grenzüberschreitende Pendler in der Europäischen Union vor, gleichwohl ist mit insgesamt 196.175 Grenzgängern für den europäischen Kernraum an Saar, Mosel und Maas vom höchsten und dichtesten Grenzgängeraufkommen in der EU auszugehen. Dabei kommen gut über die Hälfte (55,1%) aus Lothringen und fast drei Viertel (73,4%) arbeiten in Luxemburg. Beide Teilregionen spielen damit eine außerordentlich wichtige Rolle für die Dynamik des grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts. Das Großherzogtum und das Saarland weisen mit einem Plus von 143.090 bzw. 12.777 Arbeitskräften einen positiven Grenzgängersaldo auf, wobei Luxemburg anhaltend größere Saldi verzeichnet und im Saarland die Arbeitskräftegewinne stetig zurückgehen. Aus den anderen Teilregionen pendeln mehr Personen aus als einpendeln –insbesondere Lothringen verzeichnet einen täglichen Arbeitskräfteverlust an die angrenzenden Regionen (-89.478 Personen).

 

GRENZUBERSCHREITENDE BERUFSPENDLER

 

Luxemburg

  • Luxemburg ist und bleibt Beschäftigungspol Nr. 1 in der Großregion
  • Luxemburgische Grenzgängerzahlen versechsfacht in den letzten zwanzig Jahren
  • Ein Drittel mehr Grenzgänger im Großherzogtum zwischen 2003 und 2008
  • Luxemburger im (halb-) öffentlichen Sektor ansässige Ausländer und Grenzgänger im privaten Sektor beschäftigt
  • Deutsche im Baugewerbe, Franzosen und Belgier in unternehmensnahen Dienstleistungen beschäftigt
  • Unternehmensnahe Dienstleistungen und Finanzdienstleistungen: Größtes Branchenwachstum und wichtige Arbeitgeber für Grenzgänger

 

Lothringen

  • Anhaltender Anstieg lothringischer Auspendler…
  • immer mehr arbeiten in Luxemburg und Belgien, immer weniger in Deutschland
  • Einzugsgebiet lothringischer Auspendler nach Luxemburg weitet sich aus
  • Luxemburger Arbeitsmarkt stärkt Attraktivität Lothringens

 

Saarland

  • Grenzgängerstrom aus Frankreich ins Saarland weiter rückläufig
  • Verarbeitendes Gewerbe ist größter Arbeitgeber für Grenzgänger im Saarland
  • 58% der Franzosen an der Saar arbeiten im Stadtverband Saarbrücken
  • Immer mehr Saarländer pendeln nach Luxemburg besonders aus den grenznahen Gebieten
  • 6% der saarländischen Luxemburg-Pendler sind Luxemburger

 

Rheinland-Pfalz

  • Grenzgängerstrom aus Rheinland-Pfalz nach Luxemburg wächst weiter
  • Rheinland-pfälzische Luxemburg-Pendler vor allem in Region Trier ansässig
  • 70% der Grenzgänger in Rheinland-Pfalz im Verarbeitenden Gewerbe beschäftigt

 

Wallonien

  • Grenzgängerstrom aus Frankreich in die Wallonie hat sich mehr als verdoppelt in den letzten zehn Jahren
  • Über drei Viertel der wallonischen Grenzgänger pendeln ins Großherzogtum

 

Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens

  • Ein Drittel der Luxemburg-Pendler aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft arbeitet im Baugewerbe

 

GRENZGANGERSTROME

 

 


 

Download

6. Bericht der Interregionalen Arbeitsmarktbeobachtungsstelle

11. Gipfel der Grossregion (17-07-09)