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Hochkarätige Verkehrskonferenz der Großregion in Luxemburg
Mit dem Themenschwerpunkt „Grenzenlos mobil in der Großregion“ fand am 19.05.2008 die 2. Verkehrskonferenz der Großregion in Luxemburg statt.
20-05-2008


Rund 140.000 Menschen fahren täglich in das Großherzogtum Luxemburg zur Arbeit. Doch nur 7% der Grenzgänger aus Belgien, Deutschland und Frankreich nutzen den öffentlichen Personennahverkehr. Gerade im Hinblick auf eine Entlastung der Verkehrsachsen im Grenzraum müssen die Weichen für die Zukunft rechtzeitig gestellt werden. Vor diesem Hintergrund fand am 19.05.2008 auf Einladung des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion, des luxemburgischen Transportministeriums und des luxemburgischen Verkehrsverbunds im Rahmen der XI. Gipfelpräsidentschaft der Großregion die 2. Verkehrskonferenz der Großregion in Luxemburg statt. Hochrangige Verkehrspolitiker und über 270 Verkehrsexperten aus allen Teilregionen der Großregion haben an der Konferenz teilgenommen.

Die 2. Verkehrskonferenz der Großregion am 19.05.2008 in der Handwerkskammer Luxemburg stellte den grenzüberschreitenden Bahn- und Busverkehr sowie die Verkehrsinfrastruktur der Großregion in den Mittelpunkt.  Gerade im Hinblick auf eine Entlastung der Verkehrsachsen im Grenzraum müssen die Weichen für die Zukunft rechtzeitig gestellt werden. Sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr sind Politik und Verkehrsunternehmen in der Großregion gefordert, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Um diesem Anspruch auch symbolisch gerecht zu werden, fand die hochkarätig besetzte Tagung in Luxemburg statt. 

Anknüpfend an den Erfolg der ersten Verkehrskonferenz, konnte der Wirtschafts- und Sozialausschuss in diesem Jahr politisch Verantwortliche aus allen Teilregionen der Großregion gewinnen und mit über 270 Teilnehmern noch breitere Kreise für das Thema sensibilisieren.

Den Auftakt der Veranstaltung bildeten die Begrüßungsreden des Vorsitzenden der XI. Gipfelpräsidentschaft der Großregion, Jean-Marie Halsdorf, Minister für Inneres und Raumplanung des Großherzogtums Luxemburg, Lucien Lux, Transportminister des Großherzogtums  Luxemburg sowie des Präsidenten des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion, Norbert Geisen.
Als Gastgeber zeigte sich der Präsident des Wirtschafts- und Sozialausschusses zuversichtlich, dass von der Verkehrskonferenz wichtige Impulse für die weitere Verkehrsinfrastrukturentwicklung der Großregion ausgehen werden. „Ich freue mich sehr, dass auf der heutigen Konferenz die drängenden verkehrspolitischen Themen der Großregion auf hohem fachlichem Niveau diskutiert werden können. Grenzüberschreitende Mobilität zählt zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Wirtschaftslebens und der Lebensqualität der Bürger der Großregion. Die Verbesserung des ÖPNV und der Verkehrsinfrastruktur sind die entscheidenden Voraussetzungen, um die Entwicklungschancen für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Bürger der Großregion zu fördern“, so Norbert Geisen.

In einer hochrangig besetzten Keynote-Veranstaltung haben zehn politische Entscheidungsträger aus allen Teilregionen ihre Verkehrskonzepte in Vorträgen vorgestellt und Unterstützung für Verbesserungen des ÖPNV in der Großregion zugesagt.

Referenten waren die zuständigen Minister und Staatssekretäre der Teilregionen Rheinland-Pfalz, des Saarlandes, Walloniens und der Vize-Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Ferner nahmen der Präfekt der Region Lothringen, der Präsident des Regionalrats Lothringen, der 1. Vize-Präsident des Generalrats Moselle sowie der Delegierte für europäische und grenzüberschreitende Fragen und Belval des Generalrats Meurthe-et-Moselle Stellung zur Verkehrsentwicklung in Lothringen sowie zu den auf Initiative der territorialen Gebietskörperschaften und des Staates umgesetzten grenzüberschreitenden Verkehrsprojekten.

Der grenzüberschreitende öffentliche Personennahverkehr und die Straßen- und Schieneninfrastruktur in der Großregion standen im Zentrum der vier Workshops am Nachmittag.
Wie können die Pendlerströme, gerade ins Wirtschaftszentrum Luxemburg, effektiv bewältigt werden? Wie kann der grenzüberschreitende ÖPNV verbessert werden? Vertreter aus ÖPNV-Aufgabenträgerstrukturen, Verkehrsbetrieben, ÖPNV-Zweckverbänden, Wirtschaft, Politik und Verwaltung diskutierten mit dem Ziel, Strategien für die Zukunft des grenzüberschreitenden Bahn- und Busverkehrs zu entwickeln.

Im Blickfeld der Workshops standen kurzfristig realisierbare Maßnahmen zur Verbesserung der Kundendienstleistungen, wie etwa ein gemeinsames Marketing oder eine Vernetzung der elektronischen Fahrplan- und Preisinformationssysteme. Aber auch die Machbarkeit und mögliche Ausgestaltung eines grenzüberschreitenden Verkehrsverbunds der Großregion waren Gegenstand der Diskussionen.

Im Vorfeld der Verkehrskonferenz hatte der Wirtschafts- und Sozialausschuss unter der Leitung von Hans-Hermann Kocks, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier, bereits mehrere strategische Konzepte für einen grenzenlosen Bahn- und Busverkehr – zum Wohle des Fahrgastes aber auch der Wirtschaft - erarbeitet. „Mit seinen unterschiedlichen Tarifen und oft unattraktiven Fahrplänen kann der öffentliche Bus- und Bahnverkehr kaum mit dem Individualverkehr konkurrieren. Wir brauchen innovative Ansätze und mehr Kooperation zwischen den ÖPNV-Betreibern der Teilregionen, um den Menschen eine reelle Alternative zum Individualverkehr  zu bieten“, so Hans-Hermann Kocks.
Eine wirksame Entlastung des Individualverkehrs ist nach Ansicht des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion nur dann möglich, wenn den Bürgern mit einem attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr eine adäquate Alternative zur Verfügung gestellt wird. Der Wirtschafts- und Sozialausschuss sieht in der Verbesserung eines grenzüberschreitenden alle Verkehrsträger umfassenden elektronischen Fahrplan- und Preisinformationssystems, attraktiveren Fahrplänen, vereinheitlichten Tarifen und Fahrscheinen sowie langfristig der Einrichtung eines Verkehrsverbunds der Großregion die entscheidenden Ansatzpunkte. Hans-Hermann Kocks schlägt eine Machbarkeitsstudie vor, in der gezeigt werden soll, wie ein solcher Verbund realisiert werden kann.

Ferner ging es um die Weiterentwicklung des Wegenetzes. Diskutiert wurde, wie die Straßen- und Schieneninfrastruktur des 21. Jahrhunderts in der Großregion aussehen soll. Der Ausbau der Infrastruktur hat als Basis des Öffentlichen Personennahverkehrs eine grundlegende Bedeutung. Neben der Schaffung bzw. Verbesserung wichtiger Verbindungen der Teilregionen kommt es vor allem auf die Anbindung an die überregionalen Hauptverkehrsachsen an. Auch die Problematik der Park- und Ride- Möglichkeiten wurde in diesem Rahmen analysiert.

Für eine verbesserte Mobilität der Bürger und Unternehmer ist es unabdingbar, die Verkehrspolitik prioritär auf der Agenda der Großregion zu behandeln. Dies entspricht auch den Wünschen des luxemburgischen Gipfelvorsitzes: „Die Verkehrspolitik spielt eine zentrale Rolle für die territoriale Entwicklung der Großregion“, so Luxemburgs Innenminister Jean-Marie Halsdorf.

Die positive Resonanz der Veranstaltung hat bestätigt, dass ein kräftiges Signal für eine fahrgast- und wirtschaftsfreundliche grenzenlose Mobilität in der Großregion von dieser Tagung ausgegangen ist. An Ideen, Projektvorschlägen und politischem Willen für eine mobile Großregion mangelte es in Luxemburg nicht. Nunmehr gilt es die Verbesserungsstrategien umzusetzen, um dieses kundenfreundliche und wirtschaftsfördernde Ziel zu erreichen.

Quelle : Wirtschafts- und Sozialausschuss der Großregion