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AKTUELLES - Interregionaler Rat der Handwerkskammern Saar-Lor-Lux (IRH)
Präsidentenwechsel innerhalb des IRH und Zukunftsperspektiven des Handwerks in der Grossregion
07-05-2009


Der Interregionale Rat der Handwerkskammern Saar-Lor-Lux (IRH) dem die Handwerkskammern aus Lothringen (Moselle, Meurthe-et-Moselle, Meuse, Vosges), dem Saarland, Rheinland-Pfalz (Trier, Koblenz, Mainz, Kaiserslautern), Luxemburg, sowie die regionale Handwerkskammer aus Lothringen als Beobachter angehören, hat seine statutarische Vollversammlung in Luxemburg abgehalten.

Die öffentliche Sitzung konnte als Ehrengäste Herrn Jean-Marie Halsdorf, Minister für Inneres und Raumplanung des Grossherzogtums Luxemburg, Vorsitzender des zukünftigen XI. Gipfel der Grossregion sowie Herrn Norbert Geisen, Vorsitzender des WSA Grossregion. Der IRH feiert dieses Jahr die 20. Jahresfeier seiner Gründung.

 

IRH - 07.05.2009

 

Demission des Vorsitzenden des IRH Pierre Streiff

Pierre Streiff hat nach langjähriger Tätigkeit seine Demission als Vorsitzender eingereicht, nachdem er sein zweites Mandat als Präsident des Rates, der die Kooperation zwischen zehn Handwerkskammern institutionalisiert, erfolgreich abschliessen konnte und das Steuer jetzt an Rudi Müller, dem jetztigen Präsident der Handwerkskammer Trier, weiterreicht. Der IRH hat bei derselben Gelegenheit das langjährige Engagement des Präsidenten Streiff gewürdigt und ihm für seinen Einsatz im Interesse des Handwerks der Grossregion gedankt. Der IRH hat zur gleichen Zeit dem Präsidenten Streiff den Titel des „Ehrenvorsitzenden“ verliehen.

Pierre Streiff, Bäckermeister von Beruf, der seit 1996 die Funktion des Vorsitzenden der Chambre de Métiers et de l’Artisanat de la Moselle innehat und seit 2001 Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses von Lothringen ist, konnte in den acht letzten Jahren eine eigene Dynamik rund um die Förderung des Handwerks und des Unternehmertums in Lothringen und insbesondere in der Grossregion entwickelt.

Der Präsident der Handwerkskammer Trier Rudi Müller wurde zum neuen Vorsitzenden des IRH gewählt

Da die Grossregion am Schnittpunkt der deutschsprachigen und französischsprachigen Region lieg, lag es auf der Hand, dass der designierte Nachfolger zur Präsidentschaft des IRH aus Rheinland-Pfalz kommen musste (Gründungs-Ehrenvorsitzender Winfried E. Frank, Präsident des IRH von 1989 bis 2001 kommt aus dem Saarland): der neue Präsident des IRH Rudi Müller, Schreinermeister, an der Spitze der Handwerkskammer Trier seit 2005, übernimmt das Steuer in einem entscheidenden Moment für die zukünftige Entwicklung der Grossregion. Präsident Müller ist von der zentralen Rolle, die das Handwerk als Partner in der zukünftigen qualitativen Entwicklungsphase der Grossregion spielen wird, überzeugt und sieht in erster Linie das Unternehmertum, sowie die Qualifizierung, als Basis zur Ausübung eines Handwerksberufes, als wesentlicher Baustein unseres tagtäglichen Umgangs und des sozio-ökonomischen Entwicklungspotentials, welches es für die nächsten Generation gilt, zu unterstützen. Sein politisches Programm im Rahmen des angehenden Mandats innerhalb des IRH wurde in einem politischen Positionspapier verfasst, das der Presse der GR vorgestellt wurde.

Positionspapier des IRH an den Gipfel der Grossregion: „Handwerk in der Grossregion - Zukunftsperspektiven und Entwicklungspotentiale“

Der IRH stellt in dem Papier den Entscheidungsträgern der GR dar, welchen sozio-ökonomischen Stellenwert das Handwerk in der GR innehat und welche Entwicklungspotentiale im kommenden Jahrzehnt durch eine gezielte interregionale Politik im Handwerksbereich erschlossen werden können.

Der IRH begrüsst ausdrücklich den Entschluss der Exekutiven  der GR, sich während des XI. Gipfels im Juni 2009 den „Herausforderungen und den Entwicklungspotentialen des Handwerks in der GR“ zu widmen.

Das Grundsatzpapier umfasst einerseits eine kurze Darstellung des Handwerks und aller wichtigen, ihm zugehörigen sozio-ökonomischen Facetten. Das Handwerk in der GR ist eine moderne und innovative Wirtschaftskraft, die eine feste Stellung innerhalb aller der GR angeschlossenen Teilregionen innehat und dem, in Zeiten wirtschaftlicher Rezession, eine wichtige, stabilisierende Rolle zuerteilt wird.

Das Handwerk ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsbereiche der GR. Rund 170.000 kleine und mittlere Betriebe umfasst das Handwerk als Kernstück der hiesigen Wirtschaft. Hier arbeiten fast 750.000 Beschäftigte; nahezu 50.000 Lehrlinge erhalten in den Handwerksbetrieben der GR eine qualifizierte Ausbildung.

Die Vielfältigkeit als erste wesentliche Stärke des Handwerks der GR geht einher mit ganz verschiedenen Anwendungen, Einsatzgebieten, Fähigkeiten, Arten an Wissen, Können, Erfahrungen und Herkünften. Die Kreativität, Kompetenz und auch Flexibilität, welche sich daraus ergeben, führt zu einer breit gefächerten Angebotspalette an Waren und Dienstleistungen, die es ermöglicht, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen. Eine Stärke des Handwerks sind persönliche, auf den individuellen Bedarf abgestimmte Komplettleistungen. Sei es für private Kunden oder Auftraggeber aus Industrie, Handel oder öffentlicher Hand, das Handwerk bildet demnach ein wichtiges Rückgrad des Leistungsangebotes der GR. Dies wird in Zukunft mehr denn je ausschlaggebend sein, wenn es darum geht Marktnischen zu erobern und Trends zu setzen.

Es geht darum dieses Leistungsangebot in den nächsten Jahren zu festigen und dessen Entwicklungspotential in der GR auszubauen.

Der IRH ist überzeugt, dass das Handwerk der GR entscheidend zur Zukunftsgestaltung der GR beitragen kann.

Durch seine Marktnähe, hat der Handwerksbetrieb die Möglichkeit Trends früh zu erkennen und neue Bedürfnisse zu ermitteln. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen erschliesst er neue Märkte oder weitet seinen Absatzmarkt aus, oft weit über den eigenen Standort hinaus, in Nachbarregionen und immer mehr auf internationalen Märkten.

Als starker Wirtschaftspartner in der GR bildet das Handwerk demnach ein wichtiges Gegengewicht zur Globalisierung.

Entsprechend dieser Herausforderungen, mit denen die Handwerksbetriebe konfrontiert sehen, geht der IRH in den folgenden sechs Kapitel auf mehrere strategische Teilaspekte ein, welche es gilt, vom politischen Standpunkt her betrachtet, erstrangig zu behandeln.

Dies betrifft folgende Elemente:

  • Abbau nationaler und grenzüberschreitender administrativer Belastungen sowie Hemmnisse;
  • Interregionale Energie- und Umweltpolitik im Sinne der KMU des Handwerks;
  • Innovation und Technologietransfer: Interregionale Innovationsoffensive für Handwerk und KMU;
  • Schulische und berufliche Bildungspolitik in der GR;
  • Infrastruktur und Verkehrspolitik innerhalb der GR;
  • Landesplanung und Gewerbeflächenmanagement.

Die KMU sollten in Zukunft verstärkt dafür sensibilisiert werden, die Möglichkeiten zu erkennen, in der derzeitigen Krisenlage die eigenen Geschäfte auszubauen, und die GR nicht als Hemmnis sondern als Marktchance zu begreifen.

Die wirtschaftliche Entwicklung der GR wird langfristig im Einklang stehen mit der Förderung der Potentiale der KMU des Handwerks. Zukunftschancen in der GR sind eng verbunden mit der Chance die KMU des Handwerks in derselben Region als wirtschaftliche und gesellschaftliche Kraft stärker zu positionieren.

Das Handwerk bei der Entwicklung der Zukunftsperspektiven und Visionen für die Großregion berücksichtigen, bedeutet die integrierende und sozio-ökonomische Rolle der Handwerksbetriebe, aber auch deren regionale Funktion in den Bereichen Beschäftigung, Ausbildung und infrastrukturelle Entwicklung anzuerkennen.

Schliesslich wurde die Koordination des Generalsekretariats des IRH, der seinen Sitz in Luxemburg hat und seit 1995 von Paul Ensch, Direktor der Chambre des Métiers du Luxembourg, geführt wurde, an Marc Gross, Sous-Directeur der Chambre des Métiers du Luxembourg übertragen.

 

Luxemburg den 7. Mai 2009

Mitgeteilt vom Interregionaler Rat der Handwerkskammern Saar-Lor-Lux


 

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Der Interregionale Rat der Handwerkskammern Saar-Lor-Lux

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