Mit dem Sprachenlernen kann man gar nicht früh genug anfangen. Deshalb tauschen das Saarland und Lothringen bereits seit einigen Jahren Lehrkräfte für die Grundschule aus. Sie können wie kein anderer den Kindern im anderen Land authentisch die Partnersprache vermitteln. Bislang dauerte ein solcher Austausch in der Regel ein Jahr – mit der Möglichkeit der einmaligen Verlängerung um ein weiteres Jahr.
Um stattdessen einen längeren Verbleib der Austauschlehrer festzuschreiben, haben Francis Defranoux, Inspecteur d’Académie, Directeur des Services départementaux de l´Education nationale de la Moselle und Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer heute (11.05.2009) eine Vereinbarung für den bilingualen Unterricht an den Grundschulen in Ludweiler-Lauterbach und Spichern getroffen. Mitunterzeichner ist der Oberbürgermeister von Völklingen, Klaus Lorig, denn die Stadt gewährt dem in Lauterbach eingesetzten Lehrer eine pauschale Entschädigung für die tägliche Fahrt zum Dienst.
Die Völklinger Grundschule Ludweiler-Lauterbach praktiziert seit Herbst 2007 ein ambitioniertes Modell. Hier hält ein Lehrer aus Lothringen wöchentlich 10 Unterrichtsstunden in seiner Muttersprache, wovon nur 4 direkt der französischen Sprache gewidmet sind; die anderen 6 Stunden betreffen Sachunterricht, Bildende Kunst, Musik und Sport. Ein vergleichbares bilinguales Angebot besteht in der Ecole primaire von Spichern, wo eine saarländische Lehrerin schon seit 2006 mit Erfolg tätig ist.
Beide Lehrkräfte mussten sich intensiv mit den Lehrplänen des anderen Schulsystems auseinandersetzen und passendes Unterrichtsmaterial in ihrer Muttersprache zusammenstellen, Vieles auch selbst erarbeiten. Außerdem sollen sie als eine wichtige Bezugsperson „ihre“ Kinder möglichst bis zum Ende der Grundschulzeit begleiten.
„Mit dieser Vereinbarung wird die hohe Qualität des bilingualen Unterrichts an den Standorten Lauterbach und Spichern gesichert. Zugleich werden damit neue Wege des grenznahen Austauschs von Lehrkräften für weitere interessierte Grundschulen im Saarland und im Département Moselle eröffnet“, erklärte Frau Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Quelle : Staatskanzlei Saabrücken