Auf Einladung von Gesundheitsstaatssekretär Wolfgang Schild sind am heutigen Donnerstag Experten aus den Gesundheitsbehörden der Großregion zu interregionalen Beratungen über die Grippe A/H1N1 zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Fachberatungen standen die gegenseitige Information über den jeweiligen Stand der Ausbreitung dieses Grippevirus in den verschiedenen Teilen der Großregion (Luxemburg, Lothringen, Wallonien, Rheinland-Pfalz und Saarland). Trotz der momentan eher geringen Pandemiegefahr sehen sich die Regionen gut gerüstet. Die grenzüberschreitende Handlungs- und Reaktionsfähigkeit sei gewährleistet, so Staatssekretär Schild im Anschluss an das Treffen.
Die laut Weltgesundheitsorganisation und nationalen Gesundheitsbehörden vorstellbare Gefahr einer Pandemie, also einer schlagartigen Ausbreitung, der Schweingrippe stellt insbesondere für Grenzregionen mit hoher Mobilität eine besondere Herausforderung dar. Aufgrund der über 200.000 Grenzpendler in der Großregion, die jeden Tag die Grenze zum Arbeiten überqueren, ist es aus Sicht der verantwortlichen Gesundheitsexperten notwendig, sich über den Stand der Ausbreitung der Krankheit sowie grenzüberschreitende Präventions- und Interventionsmaßnahmen regelmäßig auf dem Laufenden zu halten.
Das Saarland als aktuelles Vorsitzland im 12. Gipfel der Großregion hat im Auftrag der Gipfelmitglieder zu einem interregionalen Expertengespräch eingeladen. Dabei wurden der Verlauf der Krankheitsfälle in den Regionen bewertet und im Hinblick auf eine grenzüberschreitende Ausbreitung miteinander verglichen. Ausführlich wurden die gesundheitspolitischen Strategien der verschiedenen Mitgliedsstaaten präsentiert, insbesondere die unterschiedlichen Strukturen der Vorbeugung-, Impfung-, Therapiemaßnahmen und Pandemiepläne.
Aufgrund der unterschiedlichen Pandemiestrategien in den Teilregionen seien besonders Grenzgänger aufgerufen, sich sowohl an Ihrem Arbeits- als auch an Ihrem Wohnort über Möglichkeiten der Vorsorge für sich und ihre Familien zu informieren.
„Grenzüberschreitende Mobilität bleibt nach wie vor ein wichtiges Element der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität der Großregion, auch in der aktuellen Wirtschafts- und Strukturkrise“ sagte Schild. „Dies gilt auch für Pandemiemaßnahmen, weshalb wir uns als saarländische Gipfelpräsidentschaft auch auf nationaler Ebene dafür einsetzen werden, dass sie ineinander und miteinander reibungslos grenzüberschreitend eingesetzt werden.“
Hintergrund:
Das Saarland hat von 2009 bis 2010 den Vorsitz des 12. Gipfels der Großregion unter dem Motto „Mobilitätsinitiative für die Großregion“ inne. Die Mobilitätsinitiative soll auch die innere Struktur der Großregion im Sinne des „Zukunftsbildes 2020“ voranbringen. Im Bereich Gesundheitswesen wurde schon viel erreicht, wie z. B. ein gemeinsamer bilateraler Rettungsdienst. Geplant ist auch ein gemeinsames Krankenhaus-Netzwerk der Großregion.
Quelle : Staaskanzlei Saarbrücken