„Ich finde die französische Idee der Grenzräume als "petites Europes", als ein Europa im Kleinen, überaus charmant und zutreffend.“ Das sagte Europaminister Stephan Toscani heute bei der Gründungsveranstaltung des Europäischen Verbundes für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) „Eurodistrict SaarMoselle“ im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken. Der EVTZ verfolge kein geringeres Ziel als europaweit die grenzüberschreitende Kooperation zu vereinfachen.
Der „Eurodistrict SaarMoselle“ ist der erste EVTZ mit saarländischer Beteiligung – im Herzen der Großregion.
Die Gründung des Eurodistrict stellt die Verbindlichkeit der bisherigen grenzüberschreitenden SaarMoselle-Kooperation zwischen dem Regionalverband Saarbrücken auf deutscher Seite und den Gemeindeverbänden im Gebiet von Forbach, Sarreguemines, St. Avold, Freyming-Merlebach, Sarralbe, Faulquemont und Creutzwald im östlichen Bereich des Départements Moselle auf eine neue Ebene. Eine grenzüberschreitende Körperschaft mit Versammlung und eigenem Budget wird die erfolgreichen Kooperationsprojekte, die bislang vom Verein "Zukunft SaarMoselle Avenir" getragen wurden, fortführen und ausdehnen.
So werden neben den bisherigen kulturtouristischen Projekten (bspw. Velo-SaarMoselle, Warndt-Weekend, Herausgabe des Museumspasses) künftig auch Projekte im Bereich ÖPNV, Standortmarketing, Bildungskooperation und medizinische Zusammenarbeit auf der Agenda stehen.
„Dies ist eine Premiere im Herzen der Großregion – ich freue ich mich besonders darüber, wenn unser Grenzraum auch Labor für möglichst viele EVTZ-Strukturen wird“, so Stephan Toscani.
An der Veranstaltung nahm auch der Staatssekretär im französischen Außenministerium Pierre Lellouche teil. Pierre Lellouche ist Staatssekretär für europäische Angelegenheiten beim französischen Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Beauftragter der Französischen Regierung für die Deutsch-Französische Zusammenarbeit.
Europaminister Stephan Toscani und der französische Staatssekretär führten heute den Austausch über die deutsch-französische Zusammenarbeit fort. Ein besonderer Schwerpunkt der Gespräche lag bei der Umsetzung des Arbeitsprogramms der deutschen und französischen Regierung im Rahmen der Agenda 2020. „Das Saarland kann hier aufgrund seiner besonderen Frankreichkompetenz einen wichtigen Beitrag leisten“, so der Europaminister. Anfang Februar hatte der Deutsch-Französische Ministerrat diese Agenda beschlossen. Sie enthält die Schwerpunkte der Zusammenarbeit beider Länder in den nächsten 10 Jahren. Insgesamt sind 80 gemeinsame Maßnahmen in den Bereichen Wirtschaft, Finanzen, Klima und Energie, Innovation, Forschung und Bildung sowie in der Außen- und Sicherheitspolitik und im institutionellen Rahmen vorgesehen.
Europaminister Stephan Toscani machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass das Saarland den Prozess der Umsetzung dieser Agenda aktiv und durch eigene Beiträge und Vorschläge mitgestalten wird. Das Saarland setze hierbei auf die Unterstützung beider Regierungen.
Hintergrund „Eurodistrict SaarMoselle“:
Den Alltag der Bürgerinnen und Bürger im Saarland und in der Moselle Est erleichtern, Gemeinden und Gemeindeverbände bei ihren grenzüberschreitenden Projekten unterstützen, das Image unseres Raums auf nationaler und europäischer Ebene verbessern, Fördermittel für die Projekte der Agglomeration akquirieren, die wirtschaftliche Entwicklung der Region fördern – dies sind die Ziele des Europäischen Verbunds für Territoriale Zusammenarbeit „Eurodistrict SaarMoselle“. Er wird die Aktivitäten des Vereins Zukunft SaarMoselle Avenir und des Metropolprojektes unter einem Dach weiterführen und dank neuer Partner, einer besseren Sichtbarkeit und Mittelausstattung neue Projekte auf den Weg bringen.