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AKTUELLES - RAUMPLANUNG
Forscher entwickeln Online-Atlas für die Großregion
09-06-2010


Wo konzentrieren sich die Tankstellen an Luxemburgs Grenzen – oder die Autoproduzenten in der Groβregion? Welche grenzüberschreitenden Verbindungen mit Bus und Bahn gibt es in der Groβregion – und wie ist das Klima zwischen Namur und Nancy?  Diese und viele andere Fragen beantwortet der interaktive GR-Atlas www.gr-atlas.uni.lu

Der Atlas ist das Resultat eines Forschungsprojektes der Universität Luxemburg unter Leitung des Historikers Prof. Michel Pauly. Es erhielt im Jahr 2009 den ersten Wissenschaftspreis der Groβregion. Das Projekt wurde von Juni 2007 bis Mai 2010 vom Fonds National de la Recherche (FNR) gefördert und nun den Autoren und interessierten Wissenschaftlern vorgestellt.

Bei dem Atlas handelt es sich um ein Geographisches Informationssystem im Internet (WebGIS). Das Onlineportal umfasst das Gebiet der Groβregion und präsentiert unterschiedlichste thematische Karten - zum Beispiel aus Wirtschaft, Religion, Sozialem, Naturraum, Geschichte oder Tourismus - sowie wissenschaftliche Begleittexte. Es ist zweisprachig deutsch und französisch verfügbar und richtet sich vorrangig an Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger, Lehrer und Journalisten. Jeder kann vom eigenen PC darauf zugreifen, Karten auswählen, hineinzoomen oder auch mehrere Karten folienartig übereinanderlegen und so Zusammenhänge herstellen.

Die Bandbreite der thematischen Karten reicht von mittelalterlichen Hospitälern über die Grenzänderungen der letzten beiden Jahrhunderte und den Steinkohlebau bis hin zum heutigen öffentlichen Gesundheitswesen oder den Berufspendlern nach Luxemburg. Ein internationales Team von bisher 28 Wissenschaftlern der Universitäten Luxemburg, Metz, Nancy, Liège, Saarbrücken, Trier und Aachen sowie einiger Forschungsinstitute erstellte in dreijähriger Arbeit die ersten 20 thematischen und historischen Karten. Einige dieser Karten sind das Ergebnis von Diplom-, Master- oder Referendariatsarbeiten.

Jedes auf den Themenkarten dargestellte Objekt ist mit einer Datenbank verknüpft, die jederzeit aktualisiert werden kann – ein gewichtiger Vorteil gegenüber einem gedruckten Atlas. Jede Karte ist zudem mit einem wissenschaftlichen Kommentar des Autors versehen. „Eine besondere Herausforderung stellte die integrierte Darstellung der gesamten Großregion dar“, so Prof. Michel Pauly, „dadurch wurde die wissenschaftliche Kooperation über die Grenzen hinweg motiviert und ein Beitrag zur Identitätsverankerung der Großregion geleistet.“

Der GR-Atlas wird nun für zunächst zwei Jahre als universitätsinternes Projekt in der Forschungseinheit IPSE (Identités. Politiques, Sociétés, Espaces) fortgesetzt und kontinuierlich weiter ausgebaut. Die Forscher rund um Prof. Michel Pauly appellieren an alle interessierten Autoren, Kontakt aufzunehmen und den Atlas um zusätzliche Themen zu ergänzen.