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Aktuelles - Wirtschafts- und Sozialausschuss der Grossregion
Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Großregion 2009/2010
25-11-2010


Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Großregion 2009/2010

Wir freuen uns, Ihnen hiermit den aktuellen Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Großregion vorlegen zu dürfen, den das Netzwerk der Fachinstitute der Interregionalen Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (IBA), im Auftrag der saarländischen Präsidentschaft des 12. Gipfels der Großregion, für den Wirtschafts- und Sozialausschuss der Großregion erstellt hat. In leicht verändertem Layout wird hiermit die entsprechende Berichterstattung im Rahmen des 10. und 11. Gipfels fortgeführt, die ebenfalls durch das gleiche Bearbeitungsteam erstellt wurde.

Hauptanliegen der Berichterstattung ist es, in konzentrierter Form einem breiten Informationsbedürfnis über die wirtschaftliche und soziale Lage in der Großregion, ihre Leistungsfähigkeit sowie den wichtigsten Problemlagen und Entwicklungstrends im interregionalen wie europäischen Vergleich gerecht zu werden. Als Gesamtüberblick einer Vielzahl von Themenfeldern, die sonst nur vereinzelt zugänglich sind, ist sie von ihrem Grundverständnis her eine problemorientierte Analyse auf der Grundlage statistisch-quantitativer Indikatoren, die interregional vergleichende Aussagen zulassen und im Sinne einer kontinuierlich fortzuführenden Berichterstattung geeignet sind, Änderungen im Zeitverlauf aufzuzeigen. Die Fülle der aufbereiteten Daten dient so vor allem als Informationsquelle für eine bessere Kenntnis des europäischen Kooperationsraums an Saar, Mosel und Maas. Die Vielfalt der Themenfelder macht deutlich, dass die Großregion weit mehr ist, als ein gemeinsamer Wirtschaftsraum. Dank der stetig zunehmenden Mobilität von Unternehmen und Arbeitnehmer/innen wird sie auch mehr und mehr zu einem gemeinsamen Lebensraum, der sich aufgrund der Überwindung nationaler Grenzen nicht nur durch wirtschaftliche, sondern auch soziale Verflechtungen auszeichnet. Die Berichterstattung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in der Großregion entwickelt ihre eigentliche Informationskraft vor allem aus der Fortschreibung wesentlicher Indikatoren und Aussagen. Ziel ist daher die Etablierung eines Indikatorenkatalogs, um kontinuierliche, datengestützte Informationen zu den einzelnen Themenfeldern bereitzustellen. Die hierfür verwendeten Datengrundlagen basieren im Wesentlichen auf zwei Quellen der amtlichen Statistik: Zum einen die verdienstvolle und unerlässliche Arbeit der Statistischen Ämter der Großregion, die interregional vergleichbare Daten in dem gemeinsamen Statistikportal zur Verfügung stellen und mit denen das Bearbeitungsteam seit langem vertrauensvoll zusammenarbeitet. Zusätzlich bzw. ergänzend werden Daten aus den Regionalstatistiken von Eurostat herangezogen. Zu nennen wäre hier insbesondere die Arbeitskräfteerhebung (AKE), die auf europäischer Ebene die wesentliche Quelle vergleichbarer Informationen über die regionalen Arbeitsmärkte darstellt. Grundlage der als Stichprobenerhebung konzipierten AKE sind EU-weit harmonisierte Normen und Definitionen zu Beschäftigung, Erwerbslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit, die – im Unterschied zu den jeweils länderspezifischen Definitionen und Konzepte auf Basis gesetzlicher Bestimmungen – in einem in sich abgestimmten und harmonisierten System dargestellt werden, das internationale bzw. grenzüberschreitende Vergleiche ermöglicht. Im Sinne einer Strukturberichterstattung folgt daher der vorliegende Bericht in seinem Aufbau im Wesentlichen dem Vorgängerbericht und schreibt zentrale Kennziffern und Aussagen fort. Darüber hinaus wurden jedoch Indikatoren weiterentwickelt bzw. ergänzt, um so dem Informationsbedürfnis auf Basis der verfügbaren Datengrundlage noch besser gerecht zu werden.

Der Bericht gliedert sich in fünf große Themenbereiche: ‚Gebiet und Bevölkerung‘, ‚Wirtschaft‘, ‚Beschäftigung und Arbeitsmarkt‘, ‚Bildung‘ sowie ‚Lebensbedingungen‘. Dabei wird nicht nur eine retrospektive Betrachtung vorgenommen, sondern es wird gleichermaßen versucht, Entwicklungstendenzen aufzuzeigen. Eine Vielzahl von Daten wurde zusammengestellt und analysiert. Das Bearbeitungsteam hat sich dabei um eine größtmögliche Aktualität bemüht. Für grenzüberschreitende Analysen sind allerdings vergleichbare Daten unerlässlich, die – wenn überhaupt – nur mit gewissen zeitlichen Verzögerungen zur Verfügung stehen.

Hier hat sich das Netzwerk der Fachinstitute der IBA im Zuge der kontinuierlichen Berichterstattungen zum Arbeitsmarkt in der Großregion in den zurückliegenden Jahren ein vielfältiges Know-how aufgebaut. Es ist daher weitgehend gelungen, Entwicklungen bis zum Jahr 2009 in den Analysen zu berücksichtigen. Damit reflektiert der Bericht einen Zeitraum der von einer tiefgreifenden globalen Wirtschafts- und Finanzkrise gekennzeichnet ist. Im Laufe des Jahres 2008 beginnend hat sich diese Entwicklung in 2009 nachhaltig verfestigt und das wirtschaftliche wie soziale Leben in allen Teilen der Großregion anhaltend bestimmt. Auch wenn die Krise zum Zeitpunkt der Vorlage des Berichts glücklicherweise wieder an Dramatik verloren hat und sich deutlich positivere Entwicklungen abzuzeichnen beginnen, so hat sie doch Schwachstellen offenkundiger werden lassen. Sie hat aber auch gezeigt, dass durch die innovative Nutzung von Arbeitsmarktinstrumenten und deren individuell angepasstem Einsatz auf betrieblicher Ebene, die Auswirkungen dieser globalen Wirtschafts- und Finanzkrise etwa auf den Arbeitsmarkt in Teilen deutlich abgemildert werden konnten. Das Bearbeitungsteam hat sich bemüht, diese Entwicklungen – soweit dies auf Basis des verfügbaren Datenmaterials möglich war – nachzuvollziehen. Trotz sehr aufwändiger Recherchen und ergänzender eigener Berechnungen war es, angesichts der besonderen Herausforderungen die die Wirtschafts- und Finanzkrise auch für die Statistikstellen mit sich gebracht haben, nicht immer möglich, vergleichbare Daten für alle Teile der Großregion vorzustellen.

Es liegt auf der Hand, dass nicht alle in Öffentlichkeit und Politik diskutierten Probleme in einem solchen Bericht behandelt werden können. Die Darstellung muss sich auf wichtige Eckdaten und ausgewählte Entwicklungen in den einzelnen Bereichen konzentrieren. Vertiefende Analysen ausgewählter Themen oder Problemlagen können auch weiterhin nur im Rahmen von separaten Studien und Untersuchungen geschehen, wie dies die IBA etwa mit Blick auf den für die Großregion zentralen Bereich des Arbeitsmarktes und der grenzüberschreitenden Arbeitnehmermobilität seit rund zehn Jahren durch ihre Berichterstattungen an den Gipfel der Großregion erfolgreich praktiziert. Der Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Großregion versteht sich daher als Ergänzung zum regelmäßigen Bericht der IBA zur Arbeitsmarktsituation.

Abschließend sei noch auf das letzte Kapitel des Berichts, das sich dem großen Themenfeld der Lebensbedingungen in der Großregion widmet, besonders hingewiesen. Handelt es sich doch hier um einen Teil der Berichterstattung, der sich in dieser Form in keiner anderen grenzüberschreitenden Analyse wiederfindet und den besonderen Anspruch des Wirtschaftsund Sozialausschusses der Großregion unterstreicht. Die Verbesserung der Lebensbedin gungen und die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse zur Erreichung eines größeren sozialen und territorialen Zusammenhalts sind zugleich wesentliche Ziele europäischer Politik, die auch im Rahmen der neuen Strategie „Europa 2020“ ein zentrales Anliegen bleiben.


 

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